Der Absprung

Blog · Thailand-Praxis

Einreisen und gemeldet bleiben: TDAC, TM30, 90-Tage-Meldung und Re-Entry

Stand: 1. September 2026 · Lesezeit ca. 9 Minuten

Vier Begriffe, vier verschiedene Aufgaben. Wer TDAC, TM30, TM47 und Re-Entry in einen Topf wirft, übersieht schnell eine Frist. Die saubere Lösung ist eine Zeitleiste: vor der Einreise, nach dem Einzug, nach 90 Tagen und vor einer Ausreise. Stand: September 2026 — Fristen und Verfahren ändern sich, prüfe sie vor jedem Schritt bei der Immigration.

Die vier Meldungen auf einen Blick

Bevor es ins Detail geht, die Übersicht. Sie zeigt, dass die Meldungen nicht nur zu unterschiedlichen Zeitpunkten fällig werden, sondern auch unterschiedliche Personen in der Pflicht stehen.

MeldungWerWannWoFolge bei Versäumnis
TDACDer Einreisende selbstInnerhalb von drei Tagen vor AnkunftOnline, tdac.immigration.go.thVerzögerung oder Nachholen bei der Einreisekontrolle
TM30Eigentümer, Vermieter oder HotelmanagerInnerhalb von 24 Stunden nach Ankunft in der UnterkunftOnline-Portal oder Immigration-BüroBußgeld für die Unterkunftsseite; fehlender Beleg bremst deine eigenen Anträge
TM47Der Ausländer selbstAlle 90 Tage durchgehenden Aufenthalts, im offiziellen FristfensterOnline, persönlich, per Post oder BevollmächtigtenBußgeld, Nachmeldung nur persönlich
TM8 / Re-EntryDer Ausländer selbstVor jeder Ausreise, wenn der Status keine Wiedereinreise abdecktImmigration-Büro oder ausgewählte FlughäfenVerlust der Aufenthaltserlaubnis bei Ausreise

TDAC — die digitale Ankunftskarte

Die Thailand Digital Arrival Card gilt seit dem 1. Mai 2025 für Nicht-Thais, die nach Thailand einreisen. Sie ersetzt die frühere Papierkarte TM6, die früher im Flugzeug ausgeteilt wurde. Der Vorgang findet vor der Einreise statt: Du füllst die Karte über das offizielle Immigration-Portal innerhalb der drei Tage vor Ankunft aus, erhältst eine Bestätigung und zeigst sie bei der Einreise auf dem Telefon oder ausgedruckt vor. Die Meldung ist kostenlos. Das Portal gehört dem Immigration Bureau; Drittseiten, die für denselben Vorgang Geld verlangen, brauchst du nicht.

Wichtig ist, was die TDAC nicht ist: Sie ist kein Visum, keine Einreisegenehmigung und verlängert keinen Aufenthalt. Sie erfasst deine Reisedaten und die erste Adresse in Thailand. Genau diese Adresse solltest du dir merken, denn sie taucht später in der TM30 wieder auf. Wer ein Hotel angibt und dann im Condo eines Freundes wohnt, erzeugt einen Widerspruch, der bei späteren Anträgen Fragen auslöst.

In der Praxis reicht ein Kalendereintrag drei Tage vor jedem Flug nach Thailand. Wer regelmäßig zwischen Bangkok und Singapur pendelt, braucht jedes Mal eine neue Karte, weil sie für die konkrete Einreise gilt.

TM30 — die Unterkunftsmeldung

TM30 ist die Meldung, dass ein Ausländer in einer bestimmten Unterkunft wohnt. Das Immigration Bureau richtet die Pflicht ausdrücklich an die Unterkunftsseite: Hauseigentümer, Haushaltsvorstand, Vermieter oder Hotelmanager müssen innerhalb von 24 Stunden nach deiner Ankunft melden. Die Meldung läuft über das TM30-Portal der Immigration oder persönlich im zuständigen Büro.

Die Praxis unterscheidet sich stark nach Unterkunftstyp. Hotels und größere Serviced Apartments melden routinemäßig im Hintergrund, weil sie es täglich tun. Bei einem privat gemieteten Condo sieht es anders aus: Viele Eigentümer wohnen selbst im Ausland, kennen die Pflicht nicht oder halten sie für erledigt, weil die Hausverwaltung „irgendetwas gemacht hat“. Frag deshalb beim Einzug konkret nach dem TM30-Beleg — einer Quittung mit Datum, Adresse und deinen Passdaten — und speichere ihn in deiner digitalen Mappe.

Warum du das im Blick behalten solltest, obwohl es nicht deine Pflicht ist: Bei der 90-Tage-Meldung, einer Verlängerung oder einem Re-Entry-Antrag fragt die Immigration in der Regel nach dem TM30-Beleg. Fehlt er, wird nicht dein Vermieter aufgehalten, sondern du. Nach einer Auslandsreise prüfe, ob an derselben Adresse eine neue Meldung erwartet wird. Mehr zur Wohnungssuche und den ersten Wochen findest du in Die ersten 90 Tage in Bangkok.

Der Beleg ist deine Versicherung

Du kannst die TM30 nicht selbst erzwingen, aber du kannst den Nachweis einfordern. Ein Foto der Quittung im Ordner erspart dir im Immigration-Büro den Rückweg zum Vermieter. Wenn der Eigentümer nicht erreichbar ist, kann dir ein Experte vor Ort, der beratend tätig ist, den zuständigen Weg über das Büro zeigen.

TM47 — die 90-Tage-Meldung

Wer sich länger als 90 Tage am Stück in Thailand aufhält, meldet der Immigration alle 90 Tage seinen aktuellen Aufenthaltsort. Das Formular dafür heißt TM47. Die Meldung ist ausdrücklich keine Visum- oder Aufenthaltsverlängerung; sie ändert nichts an deinem Status, sondern bestätigt nur, wo du wohnst. Die Zählung beginnt mit dem Tag der Einreise und läuft nach jeder Meldung neu — bei einer Ausreise wird sie zurückgesetzt und beginnt mit der nächsten Einreise wieder bei null.

Für die Abgabe gibt das Immigration Bureau ein Fristfenster vor: Die Meldung kann in den 15 Tagen vor Tag 90 und bis zu sieben Tage danach erfolgen. Wer das Fenster verpasst, kann nur noch persönlich nachmelden und zahlt ein Bußgeld, dessen Höhe im Immigration Act geregelt ist. Die aktuellen Beträge nennt dir die Immigration.

Die Meldung geht auf mehreren Wegen: online über das 90-Tage-Portal der Immigration, persönlich im zuständigen Büro, per Einschreiben oder durch eine bevollmächtigte Person. Der Online-Weg ist der bequemste, wird aber in der Praxis nicht immer akzeptiert — die erste Meldung nach Einreise oder nach einer Verlängerung wird von vielen Büros persönlich erwartet, und das System lehnt Anträge ohne erkennbaren Grund ab. Plane also nicht mit dem Online-Weg als einziger Option, sondern reiche früh im Fenster ein, damit Zeit für den persönlichen Weg bleibt. Welche Visa überhaupt zu 90-Tage-Meldungen führen, ordnet der Thailand-Visum-Vergleich ein.

Re-Entry-Permit — der Klassiker unter den vergessenen Schritten

Eine befristete Aufenthaltserlaubnis in Thailand gilt für den laufenden Aufenthalt. Verlässt du das Land ohne Re-Entry-Permit, erlischt sie — unabhängig davon, wie lange sie noch gelaufen wäre. Das trifft vor allem Menschen, die eine Verlängerung im Land erhalten haben und diese wie ein Visum behandeln. Das Formular für die Re-Entry-Permit heißt TM8; du beantragst sie im Immigration-Büro oder an ausgewählten internationalen Flughäfen vor dem Abflug, wahlweise als Single- oder Multiple-Variante. Die Gebühren stehen im Public Handbook des Immigration Bureau.

Ob du eine brauchst, hängt vom Status ab. Ein Multiple-Entry-Visum, das in der Botschaft ausgestellt wurde, erlaubt Wiedereinreisen innerhalb seiner Gültigkeit; hier ist die Re-Entry-Permit meist überflüssig. Wer dagegen mit einer Verlängerung im Land lebt — etwa nach einer Verlängerung aus Arbeits- oder Familiengründen — verliert diese bei der Ausreise. Beim DTV ist es wieder anders: Das Visum selbst ist mehrfach einreiseberechtigt, jede Einreise startet einen neuen Aufenthaltsblock, und eine im Land erworbene Verlängerung dieses Blocks erlischt bei der Ausreise.

Die praktische Regel: Vor jedem Flug aus Thailand einmal nachsehen, welcher Stempel und welcher Status im Pass aktiv ist, und ob die Wiedereinreise bereits durch das Visum abgedeckt ist.

TM8, Visa-Verlängerung und Overstay: was wirklich teuer wird

Die Formularnummern verwirren gern: TM8 ist der Antrag auf Re-Entry-Permit, TM7 der Antrag auf Verlängerung des Aufenthalts, TM47 die 90-Tage-Meldung, TM30 die Unterkunftsmeldung. Keine dieser Meldungen ersetzt die andere, und keine ersetzt eine Verlängerung, ein Visum oder eine Arbeitserlaubnis. Umgekehrt nimmt ein gültiges Visum die Meldepflichten nicht weg.

Wirklich teuer wird es beim Overstay, also dem Verbleib über das Aufenthaltsende hinaus. Das Immigration Bureau sieht dafür eine tagesgenaue Geldbuße mit Obergrenze vor; ab bestimmten Schwellen kommen Einreisesperren hinzu, deren Dauer mit der Länge des Overstays wächst, und bei Aufgriff im Land sind die Folgen härter als bei freiwilliger Ausreise. Die aktuellen Beträge und Schwellen stehen bei der Immigration; sie ändern sich, daher hier keine Zahlen. Entscheidend für dich: Overstay entsteht in der Regel nicht aus Absicht, sondern aus einer verwechselten Frist — dem Datum der Verlängerung, nicht des Visums, oder einer Re-Entry-Permit, die es nicht gab.

Das Immigration Bureau erwartet, dass die Verlängerung vor Ablauf beantragt wird. Wer mit einem Aufenthalt von mehr als 180 Tagen im Kalenderjahr rechnet, sollte parallel die steuerliche Seite prüfen; die Remittance-Regel wirkt unabhängig von Visum und Meldungen.

Die Zeitleiste eines typischen Falls

Drei Tage vor Ankunft: TDAC einreichen. Nach Einzug: TM30-Beleg mit Hotel oder Vermieter klären. Ab Tag 75: TM47-Fenster öffnet sich, früh einreichen. Vor Ablauf des Aufenthalts: Verlängerung (TM7) beantragen. Vor einem Flug aus Thailand: prüfen, ob der aktuelle Status eine Re-Entry-Permit (TM8) verlangt.

Welche Unterlagen in die digitale Mappe gehören

Passdatenseite und aktuelle Einreisestempel; erteiltes Visum bzw. Aufenthaltserlaubnis; TDAC-Bestätigung; Mietvertrag oder Hotelbestätigung; TM30-Beleg; letzte TM47-Bestätigung; Reiseroute; gegebenenfalls TM8-/Re-Entry-Beleg. Dateinamen sollten Datum und Vorgang tragen — nicht „scan_final_neu2.pdf“. Halte zusätzlich eine Liste mit drei Terminen: Ablauf des Aufenthalts, nächste TM47-Fälligkeit, nächste Reise.

Was das für deinen Absprung heißt

Die Meldepflichten sind kein Hindernis, sondern Verwaltungsroutine. Sie kosten wenig Zeit, wenn sie im Kalender stehen, und viel Geld, wenn sie es nicht tun. Für Unternehmer, die zwischen Deutschland und Südostasien pendeln, ist der wichtigste Punkt die Re-Entry-Permit, weil sie am leichtesten übersehen wird und der Verlust der Aufenthaltserlaubnis den ganzen Plan zurückwirft. An zweiter Stelle steht der TM30-Beleg, weil er die Voraussetzung für alles ist, was danach kommt.

Baue deine Zeitleiste einmal sauber auf, prüfe sie vor jeder Reise, und hol dir bei Unsicherheit Experten vor Ort, die beratend tätig sind — nicht, weil das Verfahren kompliziert ist, sondern weil die Handhabung von Büro zu Büro abweicht. Stand: September 2026; prüfe jede Frist vor dem Schritt bei der Immigration.

Kurz gefragt

Muss die TDAC bei jeder Einreise neu ausgefüllt werden?

Ja. Sie gilt für die konkret angegebene Einreise; für eine neue Einreise ist eine neue Meldung erforderlich, auch nach einem kurzen Wochenendtrip.

Melde ich TM30 selbst?

Die offizielle Pflicht trifft die Unterkunftsseite, etwa Eigentümer, Vermieter oder Hotelmanager. Praktisch solltest du den Beleg trotzdem prüfen und sichern, weil die Immigration ihn bei deinen eigenen Anträgen verlangt.

Verlängert TM47 meinen Aufenthalt?

Nein. Die 90-Tage-Meldung ist eine Adress-/Aufenthaltsmeldung, keine Verlängerung. Die Verlängerung läuft über TM7.

Setzt eine Ausreise die 90 Tage zurück?

Ja. Nach jeder neuen Einreise beginnt die Zählung von vorn. Wer regelmäßig reist, kommt unter Umständen nie zu einer TM47-Meldung — braucht dann aber je nach Status eine Re-Entry-Permit.

Brauche ich mit Multiple-Entry-Visum eine Re-Entry-Permit?

In der Regel nicht, solange das Visum selbst noch gültig ist. Anders ist es, wenn du im Land eine Verlängerung erhalten hast: Die erlischt bei Ausreise ohne Re-Entry-Permit. Im Zweifel vor dem Flug im Immigration-Büro prüfen.

Was passiert, wenn ich die 90-Tage-Frist verpasse?

Die Nachmeldung ist nur persönlich möglich und mit einem Bußgeld verbunden. Die aktuelle Höhe nennt dir die Immigration; wichtiger ist, das Fenster künftig früh zu nutzen.

Ein kleiner Kalender verhindert große Reibung

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Primärquellen

  1. Thai Immigration — TDAC official guide und Start zum 1. Mai 2025.
  2. Thai Immigration — TM30-Portal und Anleitung.
  3. Thai Immigration — TM47-Formular und Online-Portal zur 90-Tage-Meldung.
  4. Thai Immigration — Public Handbook zur Re-Entry Permit (TM8).
  5. Thai Immigration — Immigration Bureau, Startseite mit Hinweisen zu Verlängerung und Overstay.